inSail - was steckt dahinter? Mit einer Querschnittslähmung solo segeln? Unmöglich! Das jedenfalls glauben viele. Sogar Segler, die sich auskennen im Umgang mit Pinne, Fock- und Großschot. Nun, sie haben vermutlich Recht, wenn sie dabei an Atlantiküberquerungen oder das Gleiten bei 6 Beaufort in der 470er denken. Dazu allerdings gibt es durchaus Alternativen... Solche Alternativen anbieten und bekannt machen - das will inSail. Segeln für alle, für Menschen mit und ohne Handicap. Dahinter steckt ein integrativer Gedanke. Ein "Segelverein für Behinderte" will inSail nicht sein - weder in dem Sinne, dass die Angebote von inSail nur für Menschen mit einer Behinderung gedacht sind noch so, dass jemand mit einem Handicap "mal auf's Wasser mitgenommen" wird. Hinter inSail steckt mehr: Die Herausforderung, Grenzen in Frage zu stellen, Möglichkeiten zu entdecken, über sich hinaus zu wachsen. Und: Teamgeist zu entwickeln. Die Chancen zu nutzen, die im partnerschaftlichen Miteinander von behinderten und nicht behinderten Menschen entstehen. Mit einer Querschnittslähmung solo segeln? Nichts einfacher als das! inSail - für wen? Die Angebote von inSail sind gedacht für alle Menschen, die ein körperliches oder geistiges Handicap mitbringen. Das gilt - prinzipiell - ohne Einschränkungen. Wir, die Initiatoren von inSail, wollen uns auch vom scheinbar Unmöglichen nicht abschrecken lassen. Wir wollen individuell auf besondere Bedürfnisse eingehen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wir wollen uns von den "technischen Gegebenheiten" unserer Boote (und Anlagen) nicht in Grenzen weisen lassen, sondern im kreativen Dialog mit dem Segler Strategien entwickeln, die "Technik" den Erfordernissen anzupassen. Das heißt natürlich nicht, dass alles möglich sein kann und wird. Wir können und wollen kein Boot entwickeln, das seine Manöver - womöglich computergesteuert - selbst beherrscht. Wir werden niemanden, der blind ist, allein auf den See schicken. Wir werden keine Crew, die nicht segeln kann, allein in ein Boot setzen - sei dieses auf Grund mangelnder Segelerfahrung, sei dieses bedingt durch die geistigen oder körperlichen Handicaps der Crewmitglieder. Unser Ziel ist die Herausforderung, nicht das Risiko! Die Angebote von inSail sind ebenfalls gedacht für Menschen ohne Handicap. Voraussetzung dabei ist die Bereitschaft, sich mit dem Thema "Behinderung" - und mit behinderten Menschen - engagiert auseinander zu setzen. Egal, ob Sie bereits Erfahrungen damit haben oder "Neuland betreten" - einen Grund für Berührungsängste gibt es nicht! Wichtig ist allein der Wille, partnerschaftlich miteinander umzugehen. Sich mitteilen, zuhören, Herausforderungen gemeinsam annehmen. Wir suchen keine (überfürsorglichen) Betreuer! Wir suchen Menschen mit Teamgeist - und mit der Geduld, jemanden etwas machen zu lassen, was wir selbst vielleicht schneller tun könnten. Übrigens: Segelkenntnisse sind nicht unbedingt erforderlich! inSail - wer steckt dahinter? Für inSail engagieren sich unterschiedlichste Menschen. Segler und Nicht-Segler. Menschen mit und ohne Handicap. Ortsansässige Bootsverleiher, Mitarbeiter der Stadt Lechbruck oder in sozialen Einrichtungen im Oberland, Filmemacher und Menschen, die einfach so interessiert sind. Unterstützt wird inSail von der Initiative "sailability" in Kiel, die der amtierende Weltmeister in der 2.4mR Klasse, Heiko Kröger, zusammen mit der Firma "b+m-informatik" und der Werbeagentur "hari-i-punkt" ins Leben gerufen hat. Mit "Irish-speed-folk" und einem Teil des Veranstaltungserlöses hat sich die Band "fiddler's green" aus Erlangen für inSail engagiert (im Rahmen eines Benefizkonzertes in Lechbruck, zusammen mit drei weiteren Gruppen). Nicht zuletzt wurde und wird inSail unterstützt von Menschen aus der Region, die mit Geld oder Sachspenden die bisherigen Aktivitäten möglich gemacht haben. Angestrebt wird eine Kooperation von inSail mit benachbarten Segelvereinen sowie der Abteilung Segeln im Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS). inSail - die "Flotte" Flaggschiff von inSail ist die "no limits" - eine 4,20 Meter lange Kielyacht (2.4mR, Norlin MK 3). Ein reines Solo-Boot, das auf Grund seiner Bauweise nicht kentern kann und unsinkbar ist. Die Norlin MK 3 ist eine eins-zu-fünf-Kopie der legendären America's Cup-Yachten aus den 70'er Jahren - und hat ihre eigene Geschichte: Ursprünglich von Peter Norlin als Modellboot für Ausstellungen konstruiert, auf einer Messe "zufällig" von einem Rollstuhlfahrer "entdeckt", heute das "ultimative" Schiff für Menschen mit (und auch ohne) Handicap. Inzwischen startet diese Bootsklasse auch bei den Paralympics. Der Erfolg der Norlin MK 3 kommt nicht von ungefähr: Das Boot ist zum einen äußerst sicher, zum anderen ideal auf die Bedürfnisse behinderter Segler zugeschnitten. Der "skipper" sitzt - mit Blick in Fahrtrichtung - tief im Rumpf. Alle Manöver werden ohne Änderung der Sitzposition gefahren. Sämtliche Schoten, Fallen und Trimm-Einrichtungen laufen in einem Cockpit sozusagen "vor der Nase des Seglers" zusammen. Gesteuert wird das Boot alternativ mit einer Handpinne im Cockpit oder über Fußpedalen. Sogar die Lenzpumpe ist fest eingebaut - was für uns aber nur bei meterhohen Wellen auf dem Lech von Bedeutung sein dürfte... Zum "Schnuppersegeln" eignet sich die "no limits" nur mit einem Begleitboot. Wer allein segeln will, muss mindestens Grundkenntnisse haben. (die "no limits" ist auf Grund von Untiefen im Revier derzeit nur bedingt einsetzbar) Das Spaßboot schlechthin ist derzeit die "no limits 2" - ein Trimaran für bis zu drei Personen (Windrider 17). Auch hier sitzt der "skipper" in Fahrtrichtung im Heck des Mittelrumpfes, die "Beifahrer" haben die Wahl zwischen einer weiteren Luke mittschiffs oder den beiden Trampolinen. Aus der Heckluke heraus sind Schoten und Fallen bedienbar, gesteuert wird mit Handpinne oder Fußpedalen. Die "no limits 2" macht bereits mit wenig Wind gute Fahrt und ist darüber hinaus spielend leicht zu segeln. Besonders geeignet ist der Trimaran für Schulungszwecke, da ein Segellehrer mitfahren kann. (Etwas schwierig - aber erwiesenermaßen nicht unmöglich - ist derzeit noch der Einstieg in den Mittelrumpf für Rollstuhlfahrer, wir arbeiten gerade an einer "Brücke", die den Zustieg über das Heck ermöglicht) Wer eine "klassische Jolle" sucht, sollte es mit der "no limits 3" probieren: Ein Klepper Partner, gutmütig, aber ohne spezielle technische Umbauten für Menschen mit einem (körperlichen) Handicap. Darüber hinaus stehen weitere Boote (Brücken-Katamarane, Flying Cruiser u.a.) zur Verfügung, die je nach Bedarf auch für Schulungszwecke eingesetzt werden können. Ein motorbetriebenes Begleitboot wird derzeit angeschafft (aus wasserwirtschaftlichen Gründen und unter Umweltaspekten ein leistungsfähiges Elektroboot). inSail - wo gibt's denn das überhaupt? Der "logistische Heimathafen" von inSail ist Lechbruck in Oberbayern. Segelrevier ist die Lech-Staustufe 3 (Lechstausee Urspring). Stützpunkt ist der Bootsverleih im Segelhafen. Dieser ist mit dem Auto erreichbar (in Lechbruck an der großen Einmündung im Zentrum abbiegen Richtung Bernbeuern, nach ca. 600 Metern rechts Richtung Campingplatz/Sportgelände, nach ca. 300 Metern wieder rechts über eine Brücke zum "Haus der Vereine", sofort nach der Brücke wieder links, am Sportgelände vorbei bis zum Ende der Straße - diese endet im Segelhafen). Im Segelhafen sind Getränke und kleine Snacks erhältlich. In Planung ist derzeit, die "no limits" an der Forggensee zu verlegen, da sie als Kielboot mit einem guten Meter Tiefgang auf der Staustufe bei Lechbruck nur mit großen Schwierigkeiten eingesetzt werden kann (Untiefen). inSail - wie kam's dazu? Die Idee zu inSail enstand während der Dreharbeiten zu einer Reportage für das Bayerische Fernsehen - und ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür, wie eine Filmidee wahrhaftig zu leben beginnen kann. "Hart am Wind" hieß der BR-STOLPERSTEIN vom 1. November 2003. Thema: Segler mit Handicap. Offene Weltmeisterschaften in der 2.4mR Klasse in Eckernförde, Weltmeisterschaften der Handicap-Segler in Athen (2.4mR und Sonar), ein neuer Stützpunkt für Segler mit einer Behinderung in Bayern. In Lechbruck am See. Alles begann mit "fiddler's green", die während eines Benefizkonzertes in Lechbruck auf der Bühne für eine neue Idee eine alte Segeljolle versteigert haben - Anschubfinanzierung für inSail . Es ging weiter mit der Begeisterung des Filmteams für die faszinierenden Leistungen der "Profi-Segler" und ihrer Bootsklasse - der 2.4mR (Norlin MK 3). Konkret wurde es im Laufe der abendlichen und recht familiären "Drehbesprechungen" während der Weltmeisterschaften in Eckernförde und Athen. Am Ende hatten wir nicht nur zwei Drittel unseres Filmes im Kasten, sondern auch ein Boot für Lechbruck: Die "hari-i-punkt" des alten und neuen Weltmeisters und Paralympic-Siegers Heiko Kröger aus Kiel. Das letzte Drittel der Reportage entstand in Lechbruck - und beschreibt die "Gründungsphase" von inSail. Es gab ein Boot, es war etwas Geld vorhanden - und es fanden sich einige hoch motivierte Menschen, die dieses Boot und damit diese Idee auf's Wasser bringen wollten. Das geschah - ungetrübt durch vielfältige Improvisationen - am 11. Oktober 2003. Heiko Kröger in Lechbruck. Der Weltmeister übergibt sein Boot. Stapellauf und Bootstaufe. Aus der "hari-i-punkt" wird die "no limits" - und Heiko Kröger wird zu "ersten Menschen, der je in einer 2.4 den Lech befahren hat" (Filmzitat). Gesendet wurde "Hart am Wind" im November 2003. Diejenigen aber, die in Lechbruck dabei waren, hat "das Fieber gepackt". Filmautor und Mitwirkende sind zu Protagonisten geworden für ein "echtes Stück Realität" - für inSail. Andere Menschen sind hinzu gekommen, haben sich anstecken lassen von der Begeisterung. Noch immer ist Segeln für Menschen mit Handicap etwas, das in Bayern wenig verbreitet ist. Es gibt nur wenige Stützpunkte, kaum geeignete Boote. Seit dem Herbst 2003 ist das in Lechbruck am See anders. inSail - und der perfekte Service... "Wer segeln will, wird bayernweit von zuhause abgeholt, bekommt einen Begrüßungscocktail und wird dann, unter einem Heißluftballon schwebend ins Boot gehoben..." - wer ein solches "all inclusive-Paket" sucht, sollte vielleicht im Reisebüro danach fragen. Die perfekte rund-um-Betreuung kann und will inSail nicht bieten. Bei uns heißt es: Selbst Hand anlegen. Noch sind wir ein kleiner Verein, der auf das ehrenamtliche Engagement weniger aktiver Mitglieder setzt. Das kann sich ändern, das soll sich ändern. Wir wollen ein großer Verein werden, wir wollen unsere Möglichkeiten und Angebote erweitern. Was wir nicht wollen ist: Dem Einzelnen Verantwortung abnehmen für das, was er selbst tun kann. Den "ultimativen Service" wird es bei inSail nicht geben. Was es gibt ist unsere Bereitschaft, dort individuelle Hilfen und Unterstützung anzubieten, wo es notwendig ist. Was es gibt ist unser Wunsch, Dinge möglich zu machen, die auf den ersten Blick unmöglich erscheinen. Was es gibt ist unser Wille, uns intensiv und kreativ mit den Bedürfnissen des einzelnen Seglers auseinander zu setzen. Und wenn es sich heraus stellt, dass jemand wirklich nur mit einem Ballon ins Boot kommt, werden wir alles daran setzen, einen solchen aufzutreiben. Was es noch nicht gibt ist die "perfekte Infrastruktur". Natürlich wünschen wir uns barrierefreie Steganlagen und sanitäre Einrichtungen. Allerdings hat daran, als das Gelände eingerichtet wurde, niemand gedacht. Zahlreiche Umbauten sind notwendig, um bestehende Barrieren aus dem Weg zu schaffen. Wir arbeiten daran - doch diese Umbauten kosten Zeit und Geld. In beiderlei Hinsicht sind unsere Möglichkeiten begrenzt. Deshalb sind wir jedem dankbar, der uns mit Ideen, "man-power" oder finanziell unterstützt. Bis zur "vorbildlichen Barrierefreiheit" allerdings werden immer Menschen zur Verfügung stehen, die bereit sind, über die bestehenden Hindernisse hinweg zu helfen. inSail - erstens kommt es immer anders und zweitens... Die Idee war nach den Dreharbeiten schnell geboren. Die "no limits" lag im Hafen und wollte gesegelt werden. Und nichts hätten wir lieber gesehen als unser Boot auf der Staustufe. Allerdings... ... allerdings hätte wir uns nichts mehr gewünscht als immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Das aber ist auf dem "Lechstausee Urspring" ein Problem. Untiefen und treibende Bäume machen die Ausfahrt aus dem Segelhafen schwierig. Die Marina selbst trennt Schwemmgrund mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 80 Zentimetern vom offenen Lechsee. "Kein Problem, wir baggern die Staustufe aus...", war schnell entschieden. Die Untiefen auf dem Weg ins tiefe Wasser sollten eine Betonnung bekommen. Am besten wäre es, wenn zu diesen Zwecken die Staustufe um eineinhalb Meter abgelassen würde... Unzählige Male haben wir die Möglichkeiten diskutiert. Mit Lot und Faden haben wir den Lech vermessen, mit Stangen haben wir die Beschaffenheit des Untergrundes erforscht. Karten gezeichnet, Angebote eingeholt. Nach der Winterpause haben wir die "no limits" wieder ins Wasser gesetzt, sie auf die Seite gelegt und über den Schwemmgrund gezogen. Nicht ohne konkreten Anlass - denn inzwischen hatten die Informationen über inSail ihre Kreise gezogen. Plötzlich kamen Menschen mit Handicap in den Hafen - und wollten segeln. Unser Plan schien aufzugehen, doch die Realität hat uns eingeholt. Mehrere Grundberührungen auf dem Weg ins freie Wasser vor der Staumauer haben uns veranlasst, das Boot wieder in den Hafen zu schleppen. Wir wollen kein Risiko - weder für die Menschen, die bei uns segeln noch für unser Material. "Das unmöglich Erscheinende möglich machen" lautet unsere Devise. Allerdings: Nicht um jeden Preis. Um aus der Lechbrucker Staustufe ein sicheres Segelrevier für eine 2.4mRzu machen ist ein Aufwand notwendig, der uns weder vertretbar erscheint noch für inSail finanzierbar ist. (Außerdem entfällt damit die Notwendigkeit, im Segelhafen einen Bootskran zu bauen). Dennoch funktioniert inSail - mit der "no limits 2" und der "no limits 3". Diese Boote haben auf dem flachen Wasser kleine Schwierigkeiten. Gerade der Trimaran hat sich als ideale Alternative zur 2.4 erwiesen - und wird von jedem, der einmal darin gesessen ist, heiß und innig geliebt. Natürlich ist uns das nicht genug. Eine Spendendose wollen wir aus unserem Flaggschiff nicht machen. Nach langen Überlegungen und Diskussionen haben wir beschlossen, das Boot an einen zweiten inSail-Stützpunkt zu legen. Diesen Stützpunkt, möglichst mit einer geeigneten (barrierefreien) Infrastruktur suchen wir derzeit. Ideal erscheint uns der nahe gelegene Forggensee - die Möglichkeiten werden derzeit abgeklärt. Alternativ kommen natürlich die faszinierenden, aber weiter von Lechbruck entfernten Segelreviere an Starnberger See und Ammersee in Frage. Wo wir segeln werden, wissen wir noch nicht. Was wir wissen ist, dass wir unbedingt noch in dieser Saison die 2.4 zum Einsatz bringen wollen - und zwar immer mit mindestens einer Handbreit Wasser unter dem Kiel... Wir wollen noch mehr: Wir wollen aus inSail einen eingetragenen Verein machen und die Gemeinnützigkeit beantragen. So schlagen wir uns nicht nur mit den Untiefen im Lechstausee herum, sondern durchwaten auch die Untiefen des Vereinsrechtes und setzen uns nicht nur mit Wetter, Wind und Wasser, sondern auch mit Satzungsentwürfen auseinander. Wir gehen davon aus, dass noch in dieser Saison aus inSail ein inSail e.V. wird. Spenden an inSail sind derzeit noch nicht steuerabzugsfähig! inSail - erste Anekdoten "Die no limits säuft ab!" hallt es entsetzt über den Steg. Und tatsächlich: Unserem Flaggschiff steht das Wasser bis zum Hals, genauer: Bis kurz unter den Süllrand. Nein, nein,. lieber Heiko, wir haben nicht vergessen, das Loch im Kiel mit Klebeband zu verschließen, bevor wir die 2.4 ins Wasser gesetzt haben (dieses kleine, fiese Loch ganz unten, aus dem das Wasser im Kiel abfließen kann, wenn das Boot am Kran hängt...). Allerdings - entweder haben die Fische dieses Stückchen Klebeband abgeknabbert, oder es hat den Dauertest im Lechwasser nicht bestanden. Wir jedenfalls können mit der Lenzpumpe schuften, wie wir wollten - nach einer Stunde ist das Boot wieder voll. Immerhin, es beweist damit, dass es tatsächlich unsinkbar ist. Ohne Kran - siehe oben - eine dumme Situation! Tauchen und einen Korken reinstecken? Das Boot flach legen, bis der Kiel aus dem Wasser kommt? Für uns kommt nur eine saubere Lösung in Frage! So verbringen wir dann im strömenden Regen ein paar Stunden damit, ein Bleistück nach dem anderen aus dem Kiel zu heben (immerhin so um die 200 Kilo!) und das Boot aus dem Lech zu ziehen. Nebeneffekt: Wir können das Unterwasserschiff mal wieder putzen, was sich als mehr als dringend nötig erweist. So war Heiko Kröger vermutlich der erste, der mit einer 2.4 den Lech besegelt hat. Wir dagegen sind wohl die ersten, die je eine 2.4 mit der Hand aus dem Wasser geholt haben... hoch lebe die Erfindung des Bootskranes! inSail - die Initiatoren Klaus Bartels, Peiting Irmengard Burkart, Lechbruck Renate Dibbern, Lechbruck Peter Dibbern, Lechbruck Kai Schubert, Peiting Daniel Seitz, Peiting Angela Stork, Peiting John Wilhelm, Apfeldorf Monika Wunder, Schongau Willi Wunder, Schongau inSail - der "Verein"... Vereine, Versammlungen und Vorstände... Ämter, Papierkram und Karteileichen - wir wollen unsere Energie für das Segeln einsetzen! Das bedeutet: Den Verwaltungsaufwand des Vereines zu klein wie möglich zu halten. Das geht um so besser, je kleiner der Verein ist. Deshalb wird inSail e.V. von den zehn Initiatoren gegründet werden - und, wenn dieses (im Hinblick auf die Gemeinnützigkeit) genehmigt wird ist, ein Verein mit zehn "ordentlichen Mitgliedern" bleiben. Es wird darüber hinaus die Möglichkeit bestehen, inSail e.V. als Fördermitglied beizutreten. Fördermitglieder werden berechtigt sein, die Angebote von inSail e.V. jederzeit und zu besonderen Konditionen zu nutzen (diese sind noch nicht eindeutig festgelegt). Die Trennung in "ordentliche und Fördermitglieder" mag auf den ersten Blick die Vermutung schüren, dass uns an möglichst vielen "Beitragszahlern ohne Rechte im Verein" gelegen ist. Allerdings - wir haben keine schwarzen Koffer, in denen wir das Geld in die Schweiz tragen wollen. Wir wollen segeln - und wir wollen eine Infrastruktur schaffen, dass jeder segeln kann. Ob wir dazu eine "Initiative" sind oder ein eingetragener Verein spielt dabei (für uns) keine Rolle. Wir wollen unsere Aktivitäten nicht dahin gehend erweitern, dass wir unser Geld für den Versand von Einladungen zur Weihnachtsfeier ausgeben. Wir wollen aber auch keine "abgeschottete Clique" sein, die heimlich ihr Süppchen kocht und sich dabei nicht in den Topf schauen lässt. Wir haben uns entschlossen, inSail eintragen zu lassen, um die finanziellen Möglichkeiten zu erweitern und auf rechtlich gesunde Füße zu stellen - um Spenden annehmen zu dürfen (auf die wir angewiesen sind), um eventuelle Fördermittel zu erhalten. Wir bauen auf Menschen, die Engagement mitbringen und Teamgeist, die vor Ort aktiv werden und auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten. Wir suchen Menschen, die Freunde werden können bei einer Sache, die so ungewöhnlich wie notwendig ist. Wir wollen kein "Programm", in dem steht: "Freitag 16 bis 18 Uhr Segeln für Menschen mit diesem oder jenem Handicap" - sondern Menschen, die hinschauen, sich auf etwas einlassen und mit anpacken, wenn es notwendig ist. Und die, wenn alle Abenteuer bestanden sind und das Boot wieder am Steg liegt, noch ein Bier miteinander trinken. Und selbstverständlich werden diese Menschen bei allen Entscheidungen ihre Stimme haben. inSail - und die Finanzen... Finanziert werden die Angebote von inSail derzeit aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Das Benefizkonzert, der Versteigerungserlös der "alten Jolle" und der Inhalt unserer "Spendenboje" nach dem Stapellauf haben die ersten Aktivitäten ermöglicht. Alle Beteiligten arbeiten selbstverständlich unentgeldlich. Zwei der drei Boote werden von Privatpersonen für den Vereinszweck zur Verfügung gestellt, sollen aber später in Vereinseigentum übergehen. Der Klepper Partner wurde dem Verein geschenkt. Die Finanzierung weiterer Anschaffungen (Begleitboot, Bootsanhänger, Umbauten an Steg und sanitären Anlagen) ist teilweise gesichert. Derzeit werden EU-Fördermittel für dieses Projekt beantragt - über deren Bewilligung ist noch nicht entschieden. Der Jahresbeitrag für inSail wurde von den Initiatoren (vorläufig und sowohl für ordentliche als auch für Fördermitglieder) auf 60,- Euro pro Kalenderjahr festgelegt. Eine Aufnahmegebühr soll nicht erhoben werden. inSail - Kontakt Peter und Renate Dibbern Kai Schubert Bootsverleih im Segelhafen Espenweg 2 86983 Lechbruck 86971 Peiting Tel. 08862 - 8225 Tel. 0170 - 2915074 Die homepage des Vereines (www.insail.de) ist im Aufbau. Peiting, im September 2004 Kai Schubert 1 2